AllgemeinProject Leadership

Du willst dich verändern? Tu. Es. Jeden. Tag.

Sicherlich kennen Sie diese Situationen. Sie haben eine großartige Idee, was Sie anders / besser / zusätzlich tun wollen. Sie wollen in jedem Meeting Notizen machen. Sie wollen regelmäßig Feedback geben. Sie wollen Ihre Email en bloc abarbeiten. Gesagt, getan. Und merkwürdigerweise stellen Sie nach 1-3 Wochen fest, dass Sie wieder zu Ihrer vorherigen Verhaltensweise zurückgekehrt sind. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Interessanterweise gibt es auch positive Verhaltensweisen, die uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wir putzen zweimal täglich die Zähne – und denken nicht darüber nach. Wir machen es einfach. Wir setzen uns ins Auto und schnallen uns an – und denken nicht darüber nach. Wir legen den Hausschlüssel immer an die gleiche Stelle – ohne darüber nachzudenken. Diese Gewohnheiten laufen automatisch ab. Wir müssen nicht nachdenken. Wir müssen uns nicht anstrengen.

Die Frage ist also, wie wir eine neue Verhaltensweise zur Gewohnheit machen. Eine individuelle Frage mit individuellen Antworten – und als Gedankenanstoß finden Sie hier vier Möglichkeiten.

Tu. Es. Jeden. Tag.

Erkenntnisse der Gehirnforschung zeigen, dass unser Gehirn 30-90 Wiederholungen benötigt, bis es etwas „Neues“ als Gewohnheit ansieht. Wir müssen uns also 30-90 Mal eine bewusste Anstrengung unternehmen, das Neue zu tun. Und jetzt kommt simple Mathematik ins Spiel.

  • Ich will einmal in der Woche XXX machen –> ich brauche ein halbes Jahr bis anderthalb Jahre, bis XXX zur Gewohnheit wird.
  • Ich will jeden zweiten Tag XXX machen –> ich brauche 2 – 6 Monate, bis XXX zur Gewohnheit wird.
  • Ich mache XXX jeden einzelnen Tag –> ich brauche 1 – 3 Monate, bis XXX zur Gewohnheit wird.

Wenn Sie die obigen Punkte ansehen – wie wahrscheinlich ist es, dass Sie über einen Zeitraum von 6 Monaten regelmäßig eine bewusste Anstrengung unternehmen? Wieviel besser fühlt es sich an, schon nach einem Monat eine nachhaltige Veränderung sehen zu können?

Ja, es ist anstrengend. Ja, es erfordert die volle Aufmerksamkeit. Aber es wird besser, es wird im leichter, und irgendwann passiert es ganz automatisch. Sie haben eine neue Gewohnheit.

Wenn Sie diesen Pfad beschreiten empfehle ich, nur eine Veränderung gleichzeitig vorzunehmen. Sie brauchen Ihre ganze Konzentration und Kraft – verzetteln Sie sich nicht.

Helfen Sie Ihrem Gehirn mit Ankern

Sie haben sicherlich vom pawlowschen Hund gehört – der Hund verband das Läuten einer Glocke mit Futter und der Speichelfluss wurde schon beim akustischen Signal angeregt.

Machen Sie das Gleiche.

  • Stellen Sie Joggingschuhe neben das Bett als Zeichen, dass Sie direkt nach dem Aufwachen loslaufen
  • Schlagen Sie zu Beginn eines jeden Meetings eine neue Seite Ihres Notizbuchs auf
  • Kleben Sie abends einen Zettel auf Ihren Monitor mit der wichtigsten Aufgabe des nächsten Tages, die Sie als erstes und ohne Ablenkung durch Emails oder Social Media erledigen wollen

Sie wollen Gewohnheiten erzeugen. Schaffen Sie für Ihr Gehirn eine gewohnte Umgebung. Dies kann immer die gleiche Zeit sein, dies kann immer der gleiche Ort sein, dies kann immer der gleiche Geruch sein, usw. Unternehmen Sie eine bewusste Anstrengung, die gleiche Umgebung herzustellen.

Soziales Commitment

Es ist anstrengend, sein Verhalten zu ändern – zumindest so lange, bis das geänderte Verhalten zur Gewohnheit wird. Wenn Sie ihr Ziel öffentlich machen, wird es für Sie in der Regel deutlich schwerer, zurück zu rudern. Je wichtiger die Meinung anderer für Sie ist, desto effektiver ist diese Taktik. Wenn Sie mit ihren drei besten Freunden vereinbaren, in zwei Monaten eine 70km Fahrradtour durchzuführen, werden Sie entsprechend trainieren – Sie wollen sich vor Ihren Freunde nicht die Blöße geben, nach 20km mit schmerzenden Hintern abzusteigen.

Schmerzen bei Nichterreichung

Überlegen Sie sich, was für Sie unerträgliche Schmerzen sind. Schmerzen, die Sie auf jeden Fall vermeiden wollen. Schmerzen, die so schlimm sind, dass ALLES besser ist, als diese Schmerzen.

Ein Beispiel: Sie sind überzeugter Vegetarier und kämpfen gegen die Massentierhaltung. Bitten Sie einen Freund, als Treuhänder zu agieren. Übergeben Sie ihm einen hohen Geldbetrag (z.B. 30% Ihres Jahresgehalts) und bitten Sie ihn, diesen Betrag an die Lobbyorganisation der „industriellen Geflügelzüchter“ zu überweisen, wenn Sie die Verhaltensänderung X nicht bis Y erreicht haben.

Sobald das Geld weg ist, gibt es keinen Weg zurück. Sie haben sich den Rückweg abgeschnitten und müssen vorwärtsgehen. Alle Schwierigkeiten, die Sie überwinden müssen, sind Kleinigkeiten im Vergleich zu der Aussicht, die Lobbyorganisation zu unterstützen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Verhaltensänderungen und neuen Gewohnheiten gemacht? Was funktioniert und was nicht? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Ein Gedanke zu „Du willst dich verändern? Tu. Es. Jeden. Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.