It’s *not* the people, stupid!

team Mar 09, 2020
 

Ich versuche, in regelmäßigen Abständen meine Leadership-Fehler zu teilen. Wir müssen ja nicht alle den gleichen Fehler machen, sondern wir können alle voneinander lernen.

Hier geht es im Kern um die Frage, ob Strukturen oder Menschen wichtiger sind. Du ahnst es schon: aus meiner Sicht sind es Strukturen. Wie komme ich darauf? Nun, im Jahr 2012 habe ich eine Lektion par excellence gelernt.

Inhaltlich ging es um die Erstellung einer Software zur Vorhersage von Verspätungen und alternativen Verbindungen. Dies beinhaltete zum einen eine umfangreiche Datenhaltung und zum anderen eine komplexe Berechnung der Verspätungen und möglicher Alternativen. Unser ursprünglicher Ansatz war, einen Dienstleister mit der Erstellung der Software zu beauftragen. Wir hatten nur einen Ansprechpartner (den Projektleiter) und mussten uns ansonsten nicht in die Tiefen der Entwicklung begeben. Soweit die Theorie.

In der Praxis stellten wir allerdings fest, dass dieser Ansatz nicht funktioniert. Das Reporting war ungenau, unsere Anforderungen wurden entweder nicht verstanden oder aber ungenau umgesetzt, die Software war fehlerhaft, der Zeitplan geriet aus den Fugen und das Budget reichte absehbar nicht.

Wir zogen die Notbremse. Wir entzogen dem Dienstleister den Auftrag, die Software quasi als Generalunternehmer für uns zu entwickeln. Wir machten eine Übergabe mit dem Projektleiter. Und wir beschäftigten die gleichen Designer, Entwickler und Tester weiter. Waren wir früher räumlich getrennt, saßen wir jetzt alle nebeneinander. Das Ergebnis war verblüffend: Direkte, persönliche Kommunikation ersetzte lange Dokumente und Emails, die Transparenz über Probleme stieg, alternative Lösungen wurden gefunden und umgesetzt. Es war immer noch ein heißer Ritt, aber wie beendeten das Projekt erfolgreich. Gemeinsam.

Ich habe weder vor diesem Projekt noch danach ein derart plastischer Weise erlebt, wie eine Veränderung der Organisation und der Arbeitsprozesse zu radikal anderen Ergebnissen führte, obwohl die handelnden Personen exakt die gleichen waren. An dieses Projekt erinnere ich mich immer dann, wenn ich mich dabei ertappe, über die Unfähigkeit von Teammitgliedern zu fluchen. Es sind nämlich oft gar nicht die Mitarbeiter, sondern die Strukturen und Prozesse, die Probleme verursachen. Folglich ist auch der Lösungsansatz ein völlig anderer.

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