KISS - Keep it simple, stupid!

kommunikation Aug 31, 2020
 

Gute Ideen solltest du hemmungslos kopieren! Während meiner Zeit bei Accenture hat mich eine Führungskraft massiv beeindruckt. Er schaffte es, seine Vision für unseren Bereich glasklar und unmissverständlich zu formulieren, so dass sie jeder verstanden hat. So dass jeder in seinem Sinne arbeiten konnte. Ein Beispiel hierzu und vor allem die Antwort auf die Frage, warum das für dich in deinem Projekt wichtig ist, erfährst du in diesem Video.


Transkript des Videos (automatisch erzeugt, bitte entschuldige mögliche Fehler)

Hallo, ich bin Nicolas Scheel.

Ich berichte an dieser Stelle ja immer mal wieder über meine Leadership Fehler, also was habe ich alles so im Projekt für ein Bockmist gemacht zum Thema Führung. Der Hintergrund ist relativ simpel: Wir müssen ja nicht alle die gleichen Fehler machen. Heute soll es allerdings ein ganz bisschen anders sein, denn heute will ich mal nicht über mich sprechen und auch nicht über einen Fehler, sondern über einen Kollegen, über eine Führungskraft, die ich erlebt habe, die mich tief beeindruckt hat.

Das ist jetzt schon eine ganze Weile her. Damals habe ich bei der Firma Accenture gearbeitet. Und diese Führungskraft, sie war verantwortlich für ungefähr 20 bis 30 Prozent des Umsatzes von Accenture in Deutschland. Also schon eine richtig große Nummer. Was mich an dem Kollegen so beeindruckt hat, waren eigentlich zwei Dinge, die auch so ein bisschen zusammengehören. Er hatte nämlich eine unheimlich - wie soll ich jetzt mal sagen - prägnante Art und Weise zu kommunizieren. Ich fange mal damit an, was er nicht gemacht hat. Von ihm hat man kein Blabla gehört. Von ihm hat man kein Bullshit Bingo gehört. Von ihm hat man keine überflüssigen Floskeln gehört. Wenn er etwas gesagt hat, war das immer auf den Punkt. Kein Fuss, nix drumherum, wirklich auf den Punkt, was er sagen wollte und "bam" da war's.

Damit einher geht auch noch so etwas ähnliches. Wenn er irgendwie Präsentationen gemacht hat, vor so einem großen All-Hands-Meeting, irgendwie fünfhundert Leute, 1000 Leute, und er stand da vorne auf der Bühne. Auch seine Folien waren ganz simpel. Auch hier wieder nicht das typische Berater-Bling-Bling, irgendwie coole Zeichnungen und Farben und Farbverläufe. Wirklich ganz, ganz simpel. Ich versuche, das mal an so einem Beispiel zu zeigen, was ich damit meine. Kleinen Moment mal!

Das war ungefähr eine Hälfte seines Slides, so sinngemäß wir als Accenture - Wenn wir über unser Geschäft nachdenken, denken wir eigentlich in dieser Dimension. Wir reden über IT-Projekte, wir reden über Design-Build-Test. Und wenn das alles durch ist, verdienen wir richtig gutes Geld. Das war lange Zeit das klassische Geschäft von Accenture. Sein Punkt war: Unsere Kunden, die denken anders, die denken nicht in den Dimensionen Design, Build, Test. Und dann verdienen wir Geld. Unsere Kunden denken anders. Unsere Kunden denken auch in drei Schritten, allerdings in anderen. Zuerst denken sie nach, was sie eigentlich erreichen wollen. Dann bauen sie das Produkt - gerne auch mit der Hilfe von Accenture. Und danach verdienen sie das Geld. Capitalize. Das ist das Entscheidende, worauf es unseren Kunden ankommt. Da sieht man jetzt ganz schön diesen Mismatch in der damaligen Denkweise: Accenture hier und verdient da das Geld. Die Kunden von Accenture verdienen hier hinten das Geld. Da stellt sich dann natürlich schon die Frage: Schaffen wir es irgendwie, die Interessen des Kunden und die Interessen von Accenture besser übereinander zu bringen? Das war seine Message. Auf der Folie, die er da bei diesem All-Hands-Meeting gezeigt hat, stand tatsächlich nur das. Okay, vielleicht hat er da noch eine Überschrift gehabt, weiß ich nicht mehr, aber das war seine, das war seine Botschaft, sein Slide.

Warum hat mich das jetzt so beeindruckt? Na ja, denk mal drüber nach. In so einem kleinen Projektteam, oder, das muss jetzt gar kein Projekt sein. Ich glaube, das ist allgemeingültig. Aber in einem kleinen Team, wenn du Führungskraft bist, da kannst du mehr oder weniger direkt anordnen, was zu tun ist. Du kannst mit jedem deiner Mitarbeiter einzeln sprechen. Du kannst dir auch anschauen, was sie tun. Du kannst kontrollieren, was sie tun, und du kannst gegebenenfalls auch noch korrigieren, wenn sie etwas machen, was nicht in seinem Sinne ist. Das funktioniert mit drei Leuten, das funktioniert auch mit zehn Leuten. Das funktioniert wahrscheinlich auch noch irgendwie so, mit 15 bis 20 Leuten.

Aber was passiert denn, wenn du ein großes Team hast? Wenn du 50 Leute hast, wenn du 100 Leute hast oder 500 Leute, dann kannst du ja nicht mehr mit jedem deiner Teammitglieder einzeln sprechen. Du kannst auch gar nicht mehr kontrollieren, was deine Mitarbeiter eigentlich tatsächlich tun, sondern wenn du möchtest, dass sich deine Kollegen, deine Mitarbeiter in eine bestimmte Richtung bewegen, da musst du diese Richtung ganz klar rüberbringen. Du musst dein Zielbild, deinen Wunsch, deine Wunschvorstellung musst du ganz klar rüberbringen, damit alle Mitarbeiter das verstehen und dann entsprechend auch in deinem Sinne umsetzen. Und der Punkt ist: Sie müssen es erstens verstehen, und zweitens müssen auch alle das Gleiche verstehen.

Je präziser deine Ausdrucksweise ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch alle Leute das Gleiche verstehen.

Je einfacher deine Sprache ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dich die Leute auch tatsächlich verstehen.

Also, wenn du das nächste Mal irgendwie eine neue Idee präsentierst oder wenn du das nächste Mal dein Team aufrütteln möchtest und es in eine bestimmte Richtung schicken möchtest, dann denk doch mal an das KISS Prinzip.

In diesem Sinne: Ich wünsch dir viel Erfolg beim Umsetzen dieses Tipps und denk immer daran: Das Leben ist zu kurz, um in beschissenen Projekten zu arbeiten.

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