Produzieren vs. koordinieren vs. beraten

team Jun 29, 2020
 

Sicherlich kennst du Kollegen, die sich einfach Aufgaben schnappen, und dann erledigen. Die sprechen nicht groß darüber, sie arbeiten einfach, und am Ende ist die Aufgabe abgeschlossen. Sie schaffen was weg. Und sicherlich kennst du auch Kollegen, die sprühen vor Ideen. “Wäre es nicht toll, wenn...” oder auch “eigentlich müssten wir mal...” Brillante Ideen – aber wehe, sie müssen diese Ideen zu Papier bringen oder gar umsetzen. Ist das Eine besser als das Andere? Nein, du brauchst beides im Projekt. Warum das so ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Link: Kausalkette von Input zu Outcome

Link: Bist du Koordinator oder Owner


Transkript des Videos (automatisch erzeugt, bitte entschuldige mögliche Fehler)

Hallo! Es gibt ja durchaus unterschiedliche Arten von Menschen und auch unterschiedliche Arten, wie sich Menschen in ein Projekt einbringen. Aber ich muss auch sagen, es gibt ein paar Dinge, die finde ich schon schwer zu verstehen, oder die bringen mich auch regelmäßig auf die Palme. Also wovon rede ich eigentlich? Ich rede von dem Unterschied zwischen Produzenten zu Beratern und zu Koordinatoren. Was für ein schönes Wort! Okay, also was meine ich damit? Naja, im Projekt geht es aus meiner Sicht im Wesentlichen ja darum, aus einem gewissen Input einen Output zu transformieren, um damit dann Outcome zu erzielen.

Dazu habe ich auch schon mal einen Blog gemacht. Ich verlinke das, dann könnt ihr das alle nochmal in Ruhe nachschauen. Also, ich transformiere einen Input zu einem Output und Transformieren klingt jetzt vielleicht so ein bisschen hochgreifend, aber in erster Linie geht es aus meiner Sicht darum, etwas zu produzieren. Ja, das kann sein. Du überlegst dir ein Experiment und führst das durch, um irgendetwas zu validieren. Oder du schreibst ein Konzept, du produziert ein Konzept.

Oder du schreibst ein Stück Code, du produziert Code. Oder du stellst ein paar Testfälle, du produziert Testfälle. Es geht im Wesentlichen immer darum, irgendetwas zu tun und zu schaffen oder sogar zu erschaffen.

Und es gibt natürlich auch ein paar Leute, die können oder die wollen nichts produzieren. Für mich, so der Klassiker, sind Stakeholder in der guten alten Zeit, wo es irgendwie noch nicht agil gab. Da war ja eigentlich immer die erste Frage. Alles klar - Was sind die Anforderungen? Und wenn man dann die Auftraggeber des Projektes oder die Stakeholder gefragt hat "Hier schreibt mal deine Anforderung auf". In der Regel kam da nichts. Ja, da kam dann irgendwie so eine halbe DIN-A4-Seite Wischiwaschi Geschwurbel hat man sich durchgelesen und dachte nur "Na gut, das kann's ja jetzt nicht sein".

Insofern war für mich immer dieses Beispiel die Auftraggeber, die Stakeholder. Die sind nicht in der Lage, Anforderungen zu produzieren oder ein Anforderungsdokument zu produzieren. Die gleichen Leute sind allerdings sehr wohl in der Lage, dir deinen Entwurf, den du dann notgedrungen schreibst, minuziös zu zerreißen und dir minutiös zu sagen, was du alles falsch gemacht hast und was du noch nicht verstanden hast. Aber gut, das war so ein bisschen polemisch. Ich schweife ab. Ein anderes Beispiel Das hatte ich jetzt gerade in letzter Zeit.

Da habe ich einen Projektmitarbeiter gesucht, der mit mir und vor allem auch für mich ein Sicherheitskonzept erstellt. Also wirklich schreibt. Ich habe dann mit mehreren Leuten gesprochen, und die haben mir dann auch alle gesagt Oh ja, IT-Sicherheit ist ganz wichtig, das musst du unbedingt machen. Und als ich dann sagte Nein, nicht ich, sondern ich suche jemanden, der das tut, z.B. du. Die Reaktion? Also, nein. Also ich, ne Reviewen gerne. Und ja, ich kann auch meinen Input dazu geben. Aber erstellen? Nee, das kann ich nicht. Dafür habe ich jetzt keine Zeit. Das ist auch nicht meine Aufgabe.

Was will ich jetzt eigentlich damit sagen? Ist das eine besser, ist das andere besser. Also, musst du mal mehr beraten und reviewen? Oder ist es eigentlich wichtiger, zu produzieren und Dinge zu erstellen? Na ja, du brauchst beides.

Du brauchst immer beides. Du brauchst Leute, die denken, du brauchst Leute, die reviewen, und du brauchst natürlich auch Leute, die einfach mal schaffen und anpacken und Dinge zu Ende bringen. Idealerweise hast du die auch alle in einer Person. Die gleiche Person kann denken und kann auch produzieren. Und dann gibt es natürlich auch die Situation, wo dieses Ideal nicht möglich ist und ja, dann ist es auch möglich, das aufzuteilen. Das heißt, man hat eine Person, die quasi erst mal macht und einen ersten Aufschlag macht und dann eine andere Person hat, den Experten, die Koryphäe, was auch immer, die diesen Entwurf nimmt und dann noch einmal reviewed und verbessert und so weiter und so fort. Das kann durchaus funktionieren. Das ist nicht ganz so effizient, wenn die Leute es gleich selber machen würden. Aber das haut schon hin. Aber jetzt, ganz, ganz wichtig: Was nicht funktioniert, ist, dass du in deinem Team nur Berater hast. Die quatschen sich die Köpfe heiß, philosophieren ohne Ende. Aber die kriegen nichts produziert. Und damit hast du halt auch null Projektfortschritt.

Ganz wichtig, wenn du dein Projekt Team zusammenstellt. Du brauchst beides. Du brauchst Leute, die denken, du brauchst Leute, die handeln, und idealerweise halt beides in einer Person. Notfalls halt getrennt. Aber du brauchst nicht nur Berater. Wenn du jetzt zufälligerweise einer der angesprochenen Berater bist: Das ist eine sehr wertvolle Fähigkeit, die du da hast. Ich bitte dich eigentlich nur, achte einfach mal auf zwei Dinge. Erstens: Sei dankbar für die Malocher, für die Schaffer, für die Leute, die Dinge auch einfach mal tun und zu Ende bringen, denn ohne sie wärst du arbeitslos.

Und zweitens: Sorge bitte immer dafür, dass dieser Experten Status von dir, dass du bist die Koryphäe Du bist der Experte in einem bestimmten Themengebiet sorge dafür, dass das anhält. Bilde dich immer weiter und vielleicht arbeitest du sogar einmal konkret im Projekt mit, um konkret mitzuerleben, was dann von Anfang bis Ende mit einer Idee oder mit einer Initiative passiert. Aber in jedem Fall sorge dafür, dass du dich in deinem Themengebiet immer weiterbildest. Also ein bisschen über den Unterschied zwischen den Produzenten und den Beratern gesprochen und es gibt noch eine weitere Ausprägung, wo mir wirklich immer der Kamm schwillt.

Und das sind die sogenannten Koordinatoren. Ja, es gibt tatsächlich Leute, die von sich selbst sagen, dass ihre Hauptaufgabe das Koordinieren von Tätigkeiten ist. Und aus meiner Sicht ist das in 99 Prozent aller Fälle überflüssig. In 99 Prozent aller Fälle brauchst du keinen Koordinator. Achtung, ich sage, du brauchst keinen Koordinator. Du brauchst keine Person, deren Hauptaufgabe es ist, Dinge zu koordinieren. Das können die Leute nämlich viel besser und schneller und effizienter selber machen. Du brauchst natürlich sehr wohl die Tätigkeit des Koordinierens - irgendwie so planlos und ziellos, und jeder macht, was er will, das führt ja in der Regel nicht zum Erfolg. Insofern: Koordinieren ist schon wichtig und sinnvoll. Aber du brauchst keinen Koordinator im Sinne von einer Person, deren Hauptaufgabe es ist, zu koordinieren. Dazu habe ich schon mal ein Blog geschrieben. Insofern will ich jetzt an dieser Stelle auch gar nicht weiter ausholen. Aber: Koordinatoren braucht man nicht. Vielleicht gibt's irgendwie ein, zwei Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Aber eigentlich braucht es keine Koordinatoren.

Was will ich jetzt eigentlich damit sagen? Das Entscheidende ist, dass du ins Handeln kommst. Du willst Input zu Output transformieren, Klammer auf: produzieren - und damit ein Ergebnis, also ein Outcome zu erzielen. Du musst also handeln und, ja, handeln, ohne Plan und ohne Richtung und ohne Denken bringt dich vielleicht vorwärts, aber nicht in die gewünschte Richtung. Und nur denken und planen und philosophieren und Szenarien entwerfen, ohne es aber auch tatsächlich irgendwann mal zu tun, also ohne etwas zu produzieren, bringt dir vielleicht tolle Ideen und tolle Pläne, aber kein Ergebnis.

Du brauchst beides. Insofern mein berühmtes Schlusswort. Denke immer daran: Das Leben ist zu kurz, um in beschissenen Projekten zu arbeiten. Ändere etwas damit du nicht in einem beschissenen Projekt arbeitest. Viel Spaß und bis bald.

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