Warum mir Weiterentwicklung so wichtig ist

weiterentwicklung Sep 28, 2020
 

Mir ist Weiterentwicklung unheimlich wichtig. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen, u.a. Neugierde, Spaß aber auch die feste Überzeugung, dass es immer noch etwas Neues zu lernen gibt. Veränderungen sind für mich mehr Chance als Risiko. Wenn du anderer Meinung bist, dann schau dir gerne dieses Video an – und gib mir Feedback, an welchen Stellen du anderer Meinung bist.


Transkript des Videos (automatisch erzeugt, bitte entschuldige mögliche Fehler)

Hallo, ich bin Nicolas Scheel

Heute möchte ich eigentlich nur mal meine Sichtweise mit dir teilen, und zwar geht es um das Thema Weiterentwicklung oder Weiterbildung. Mir ist dieses Thema unheimlich wichtig und deswegen möchte ich zumindest mal versuchen zu erläutern, warum es mir so wichtig ist und dich zum Schluss vielleicht noch ein ganz, ganz, ganz klein bisschen zu bekehren. Falls du es anders siehst.

Also mir ist Weiterentwicklung unheimlich wichtig und da kann man ja die Frage stellen "Wie zeigt sich das denn?" Zum einen: Ich belege unheimlich viele formale Weiterbildungen, Seminare oder Trainings. Das war quasi schon immer so. Seit ich arbeite, ist das Thema Weiterbildung mir wichtig. Ich versuche immer wieder, irgendwelche Seminare zu besuchen, sei es nun interne Fortbildungen oder auf dem externen Markt, oder, oder, oder. Aber ein Jahr ohne Seminarbesuch, das ist irgendwie ein verlorenes Jahr. Und jetzt, seit ich selbstständig bin und quasi selber über meine Finanzen herrschen kann, hat sich das Ganze noch ein bisschen intensiviert. Da habe ich die Möglichkeit, noch mehr in meine formale Weiterentwicklung zu investieren. Aber es muss ja nicht immer nur ein Seminar sein. Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Und da ist quasi der nächste Favorit schlicht Lesen. Ich lese unheimlich gerne, und da kommt es dann gut zusammen, dass ich gerne lese und mich weiterentwickle, insofern lese ich weniger Romane oder Science-Fiction, sondern ich lese unheimlich gerne Fachbücher. Und auch die erweitern natürlich meinen Horizont. Und die dritte Variante, die so seit ein paar Jahren in meinen Fokus geraten ist, sind Online-Kurse. Die gibt es ja auch wie Sand am Meer, in unterschiedlichen Qualitäten und Schüttungen. Nichtsdestotrotz empfinde ich Online-Kurse auch als eine gute Möglichkeit, sich neues Wissen und neue Perspektiven, neue Arbeitsweisen anzueignen. Und schließlich und endlich die unendlichen Weiten des Internets. Also, wenn es denn mal ein konkretes Thema oder ein konkretes Problem gibt, dann bin ich natürlich sehr gerne dabei, auf Blogs oder auf YouTube zu recherchieren, um einfach zu gucken, haben andere Leute dieses Problem schon mal gehabt. Und wenn ja, wie haben sie es gelöst?

So, jetzt aber zu dem Punkt "Warum ist mir das so wichtig?" Das eine ist: Ich habe einfach schon immer ein breites Interesse gehabt, angefangen in der Schulzeit, wo ich irgendwie nicht das eine Fach hatte, was mich brennend interessiert hat, und der Rest war irgendwie ferner liefen. Nein, bei mir war es immer eine ganze Handvoll von Fächern, die ich spannend fand. Weiter im Studium, auch hier: Es gab nicht das eine Fach, das mich brennend interessiert hat, sondern ich wusste gar nicht, wie ich mich entscheiden sollte, hab am Ende Wirtschaftsingenieurwesen studiert, einfach vor dem Hintergrund, da hat man zumindest mal Wirtschaft und Ingenieurwesen und kann sich dann quasi so ein bisschen in allen Disziplinen austoben. Der Punkt ist, dass es ein breites Interesse, sei es nun Wirtschaft, sei es Informationstechnologie, sei es so etwas wie Politik oder Sport oder Reisen. Es gibt unheimlich viele Themen, die mich interessieren.  

Das Zweite ist: Ich bin auch neugierig. Da kommt immer ein bisschen das kleine Kind in mir durch. Ich will wissen, wie Dinge funktionieren. Ich will wissen, warum etwas so ist. Oder ich will auch einfach mal wissen, wie es an anderen Ecken der Welt aussieht. Oder natürlich auch: Wie arbeiten andere Unternehmen, wie arbeiten andere Menschen? Das war auch einer der Gründe, warum ich meinen ersten Job bei Thomas Cook aufgegeben habe. Weil ich mir schlicht die Frage gestellt habe "Arbeiten andere Unternehmen genauso wie Thomas Cook?" Oder arbeiten Sie anders? Und diese Neugierde war einer der Gründe dafür, dass ich einfach mal zu einem anderen Unternehmen hingegangen bin und geschaut habe "Was machen die denn so?" Machen die das Gleiche? Machen sie es anders, machen sie es besser?

Der dritte Grund, warum ich mich so stark für Weiterentwicklung interessiere, ist teilweise auch schlicht die Notwendigkeit, sich zu verändern und anzupassen. Ein Beispiel: Vor vielen, vielen, vielen Jahren, fast Jahrzehnten, als ich angefangen habe, in IT-Projekten zu arbeiten, da haben wir noch klassisch plan- getrieben gearbeitet, das V-Modell oder Wasserfall Modell, das war damals State of the art. So haben fast alle gearbeitet, und dann, ein paar Jahre später, haben alle? Nein, nicht alle. Aber viele sind dann auf agile Vorgehensweisen umgeschwenkt. Und da hab ich dann einfach die Notwendigkeit gesehen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, wenn ich mit meiner Arbeit marktfähig sein wollte. Oder ein anderes Beispiel dafür, wenn ich sage, es bestand einfach die Notwendigkeit. Ich habe ja lange Zeit bei Accenture gearbeitet, und am Anfang war dort meine Aufgabe tatsächlich nur die eines Projektleiters oder Teamleiters. Wie auch immer du das nennen möchtest. Aber je länger ich dort war, desto mehr andere Aufgaben habe ich übernommen, durfte ich übernehmen, und auch musste ich übernehmen. Und auf einmal war es nicht nur das Projektgeschäft, sondern auf einmal musste ich auch neue Mitarbeiter rekrutieren. Eine tolle Erfahrung. Mir hat das einfach Spaß gemacht und mir macht es auch immer noch Spaß. Und auf einmal musste ich nicht nur Projekte liefern, sondern ich musste sie auch verkaufen. Und das war wiederum eine völlig neue Erfahrung, die mir am Ende sogar Spaß gemacht hat. Also, wenn mich einer vor 20 Jahren gefragt hätte "Willst du mal was verkaufen?" Da wäre ich schreiend weggerannt und hätte gesagt "Ich kann doch nicht einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen." Inzwischen macht mir selbst der Verkauf von Dienstleistungen Spaß. Diese Notwendigkeit, sich quasi an andere Gegebenheiten des Arbeitsmarkts oder des Arbeitgebers anzupassen, das ist etwas, was mir am Ende Spaß macht und was sicherlich auch ein Grund dafür ist, warum ich mich so sehr für das Thema Weiterentwicklung interessiere.

Ich habe ja schon ein paar Mal gesagt "Es macht mir Spaß", und das ist tatsächlich so. Lernen macht mir Spaß. Das ist für mich wie Spielen. Aber Achtung! Ich sage Lernen macht mir Spaß. Nicht die Prüfungen. Ja, auch ganz wichtig. So in der Schule und in der Uni. Die Prüfungen, die fand ich immer ätzend. Aber das Lernen um des Lernens Willen, das finde ich richtig klasse.

Und schließlich und endlich der letzte Punkt, warum mir Weiterentwicklung wichtig ist, ist einfach, dass ich das Ziel verfolge, in meinem Beruf, meine meiner Arbeit, immer besser zu werden. Ich möchte Projekte besser durchführen. Ich möchte einen größeren Nutzen erreichen oder die Kosten senken in der Projektdurchführung. Aber das ist eines meiner Ziele: Ich möchte bessere Projekte durchführen. Ein anderes Ziel ist: Ich möchte meine Teams besser führen. Ich möchte, dass meine Teammitglieder mit Freude zur Arbeit kommen und Spaß bei der Arbeit haben und einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Und in dieser Dimension, Ich möchte besser werden. Ich möchte darin besser werden, ein Team zu führen. Das ist auch etwas, warum ich mich weiterentwickeln möchte. Was mache ich noch? Ich bin ja ab und zu an der Fachhochschule tätig und auch hier möchte ich besser darin werden, Studenten Wissen zu vermitteln, aber vor allem: Ich möchte besser darin werden, sie für meine Arbeit, ich möchte besser darin werden, sie für Projekte, für IT-Projekte zu begeistern, damit quasi unser Nachwuchs kommt und wir nicht irgendwann doof dastehen, weil wir alten Säcke irgendwie noch ein paar Projekte liefern können. Aber die jungen Leute daran kein Interesse mehr haben. Und schließlich und endlich, seit ich selbstständig bin, habe ich natürlich auch ein Interesse daran, mein eigenes Unternehmen immer besser zu führen. Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Marge, mehr Freude da glitzern die Augen. Ist das nicht herrlich?

Was lerne ich denn eigentlich? Das ist jetzt auch nochmal wichtig zu verstehen, wie ich so vorangehe. Ich lerne eigentlich nur die Dinge, die ich entweder jetzt brauche oder von denen ich glaube oder von denen ich absehen kann, dass ich sie in naher Zukunft brauchen werde. Das heißt, was ich gerade nicht mache, ist, mich irgendwie auf Vorrat mit irgendwelchen Dingen zu beschäftigen. Ich sage jetzt mal so etwas wie "Die Archäologie in Pakistan" ist vermutlich ein interessantes Feld. Aber ich brauche dieses Feld nicht wirklich für meine Arbeit. Deswegen ist das so etwas, was vielleicht interessant ist, was ich vielleicht auch mal irgendwie während eines Urlaubs berücksichtigen würde. Aber eigentlich würde ich da jetzt nicht viel Zeit investieren. Wenn ich etwas mache, dann quasi mit der klaren Erwartungshaltung, dass ich das demnächst auch irgendwie anwenden kann.

Jetzt habe ja schon ziemlich viel erzählt, und es gibt jetzt noch einen letzten Punkt, der aus meiner Sicht wichtig ist, um das so ein bisschen nachvollziehen zu können, nämlich die Einstellung, die hinter dem Ganzen steht. Der erste Punkt ist: Es gibt immer unheimlich viel zu lernen. Es gibt so viele Bereiche, von denen ich schlicht überhaupt keine Ahnung habe. Archäologie - Ich habe es gerade erwähnt. Schönes Beispiel. Ich habe überhaupt keine Ahnung davon. Medizin? Ich habe überhaupt keine Ahnung davon. Elektrotechnik? Nicht wirklich. Ganz, ganz, ganz rudimentäres Verständnis. Und die Liste geht natürlich noch ewig weiter. Es gibt einfach unheimlich viele Themenbereiche, von denen ich keine Ahnung habe. Und selbst in den Themenbereichen, von denen ich behaupte, ich hab - naja - irgendwie ein gerüttelt Maß von Ahnung, nehmen wir mal Projekte und Softwareentwicklung und Teamführung und Leadership und so weiter und so fort. Selbst in diesen Themenbereichen gibt es immer noch Aspekte, die ich nicht kenne. Oder es gibt immer noch Leute, von denen ich weiß, die haben mehr Ahnung, die haben mehr Erfahrung als ich. Von denen kann ich mir immer noch etwas abgucken. Also, das Wissen, die Erfahrung, die es da draußen gibt, die ist einfach unendlich groß. Und ich kann überall immer noch etwas dazulernen. Da ist kein Ende in Sicht. Es gibt immer noch mehr. Das ist also der eine Punkt, den ich für mich und in meiner Einstellung ein bisschen verankert habe. Das andere ist auch so ein schönes Zitat. Die Leute, die wissen, dass sie nichts wissen, wissen mehr als die Leute, die nicht wissen, dass sie nichts wissen. Das passt, glaube ich, ganz gut zu dem, was ich vorher erläutert habe. Ich gebe mich gar nicht der Illusion hin, dass ich irgendwann mal alles weiß. Diesen Zustand, den wird es nicht geben. Dafür ist mein Leben viel zu kurz. Aber das macht auch nichts. Ich muss ja nicht alles wissen. Das dritte Prinzip, was ich für mich verinnerlicht habe, ist einfach. Stillstand ist Rückschritt. Ja, ich freue mich über das, was ich erreicht habe. Ich freue mich über das, was ich mit meinem Team erreicht habe. Nichtsdestotrotz: Ich ruhe mich darauf nicht aus. Es gibt immer wieder etwas Neues zu lernen. Und aus meiner Sicht: Wer aufhört zu lernen, der geht irgendwann einfach einen Schritt zurück. Und schließlich und endlich: Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Veränderungen - Veränderungen haben ja immer Chance und Risiko, aber dass Veränderungen in der Regel mehr Chance bieten als Risiko. Insofern bin ich auch immer gerne bereit, auf neue Dinge aufzuspringen und auch Neues auszuprobieren.

Ich weiß: Nicht jeder ist so wie ich. Nicht jedem ist Weiterentwicklung so wichtig wie mir. Ich meine, das ist ja gerade das Schöne, dass wir so vielfältig sind und so unterschiedliche Perspektiven und Interessen haben. Also alles gut. Nichtsdestotrotz: Ich will jetzt mal so ganz, ganz, ganz kurz versuchen, dich davon zu überzeugen, dass Weiterentwicklung cool ist, wenn du es nicht selbst schon völlig verinnerlicht hast. Das erste ist: Jeder kann sich entwickeln. Jeder kann sich weiterentwickeln. Es gibt irgendwie nicht angeborene Fähigkeiten oder Fertigkeiten oder irgendwie eine angeborene Grenze, über die man nicht hinwegkommt. Quatsch. Jeder kann sich entwickeln. Zweitens: Auch das Lernen kann man lernen. Wenn man das lange nicht gemacht hat, ist es am Anfang sicherlich sehr anstrengend. Aber das ist immer so, wenn man etwas Neues macht. Das erste Mal, wenn du mit Messer und Gabel isst: Das ist anstrengend, und das Essen landet auch nicht so sehr im Mund, sondern eher auf dem Boden. Das erste Mal, wenn du irgendwie Skateboard fährst, das ist anstrengend. Du fliegst nämlich andauernd auf die Nase. Und genauso ist es auch mit dem Lernen. Lernen kann man lernen, und dann wird es mit der Zeit immer leichter. Und drittens: Lernen braucht auch nicht viel Zeit. Überleg dir einfach mal: Wenn du an zwei Tagen in der Woche die Tagesthemen oder auch die Netflix Serie beiseite lassen würdest. Ich behaupte, du kannst in einem Monat ein Buch lesen, ein Fachbuch vielleicht, nicht so einen Wälzer, aber hier so ein dünnes Fachbuch, 100, 150 Seiten. Das kriegt man dann gut in einem Monat gelesen. Jetzt stell dir mal vor, du machst das nicht nur einen Monat, sondern ein ganzes Jahr. Dann hast du in einem Jahr einfach mal so 12 Fachbücher gelesen und dich wahnsinnig weiterentwickelt. Es braucht gar nicht viel Zeit. Ich sag ja immer: An zwei Tagen in der Woche - Tagesthemen kommen eh nur schlechte Nachrichten, Und Netflix kannste ja auch einen Tag später anschauen, weglassen und schon erweitert du deinen Horizont. So leicht geht es.

Okay, jetzt reicht's aber hier mit dem Bekehrungsversuch. Jeder ist ja schließlich selbst seines Glückes Schmied. Eine letzte Sache noch. Das Leben ist zu kurz, um in beschissenen Projekten zu arbeiten, und insofern sorge bitte dafür, dass dir dein Projekt Spaß macht und erfolgreich ist. Und wenn du momentan den Eindruck hast, es ist nicht erfolgreich und macht keinen Spaß - Naja, dann ändere halt ein paar Sachen. In diesem Sinne: Ich hoffe, das war ein ganz bisschen inspirativ. Ich hoffe, du hast ein paar Aha-Effekt gehabt, und ich wünsche dir alles Gute.

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